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Das deutsche Nachwuchs-Team bei der 10. World Junior Wushu Championships in Tianjin

Tianjin empfängt die Wushu-Welt

Vom 26. bis 30. März 2026 war Tianjin, eine der vier direkt dem chinesischen Zentralstaat unterstellten Metropolen, Schauplatz der 10. World Junior Wushu Championships (10th WJWC). Unter dem Motto „武术梦想,成就在津Wǔshù mèngxiǎng, chéngjiù zài jīn – Tianjin, where Wushu dreams ignite“ – auf Deutsch: Tianjin – wo Wushu-Träume wahr werden – versammelten sich insgesamt 1.179 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 78 Ländern und Regionen in der nordchinesischen Metropole, darunter 666 aktive Athletinnen und Athleten. 83 Goldmedaillen wurden in 66 Taolu- und 17 Sanda-Disziplinen vergeben, aufgeteilt in drei Altersgruppen: Kinder, Junioren und Jugend.

Mittendrin: das Team Deutschland der Deutschen Wushu Federation.

Ein besonderes Turnier: Die Road to Dakar endet hier

Diese Weltmeisterschaft war mehr als ein reguläres Wettkampfereignis. Als offizielle Qualifikationsplattform für die Jugend-Olympischen Spiele 2026 in Dakar sicherten sich 48 Athletinnen und Athleten in Tianjin ihre Startplätze für das mit Spannung erwartete Olympia-Debüt von Wushu. Bereits seit der 8. und 9. WJWC stand das Motto „Road to Dakar“ über allem – und in Tianjin kam die Reise zum Ziel.

Die Jugend-Olympischen Spiele in Dakar 2026 werden 48 Athletinnen und Athleten aus aller Welt begrüßen, die in vier Disziplinen antreten: Männer und Frauen in der Kombination Changquan/Gunshu sowie Männer und Frauen in der Kombination Taijiquan/Taijishan.

In Tianjin feierte die Meisterschaft zudem eine Premiere: Erstmals wurde ein innovatives Vor- und Finalsystem für Taolu eingeführt, um die Wettbewerbsdynamik zu erhöhen.

Das Team Deutschland – klein, aber stark

Das deutsche Team reiste mit 6 Athletinnen und Athleten an – 4 Mädchen und 2 Jungen – begleitet von 2 Trainerinnen, einer Teamleiterin und einer Teamärztin. Ein kleines, aber feines Team, das sich in einem Feld von fast 700 Athletinnen und Athleten aus aller Welt behaupten musste.

Und das ist gelungen.

Das Team erzielte viermal Platz 4 – hauchdünn an einer Medaille vorbei (und mehrere Plätze unter den ersten 10), und doch ein Beweis für das Niveau, das unser Nachwuchs erreicht hat. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Mia Zhuo im Taijiquan der A-Jugend: Mit Platz 10 unter 38 Teilnehmerinnen holte sie nicht nur ein starkes Ergebnis – sie war dabei die beste Europäerin in dieser Disziplin. Das zeigt:

Wer in Deutschland Wushu trainiert, muss sich auf internationalem Parkett nicht verstecken.

Der größte Erfolg: Olympia-Startplatz für Dakar 2026

Das herausragende Highlight dieser Meisterschaft ist zugleich ein historischer Moment für den deutschen Wushu-Sport: Durch die herausragende Leistung von Mia Zhuo in der Disziplin Frauen Taijiquan/Taijishan hat Deutschland einen der begehrten Quotenplätze für die Jugend-Olympischen Spiele 2026 in Dakar errungen. Dieser Platz ist kein Zufall – er ist das Ergebnis von Jahren konsequenter Arbeit, internationaler Wettkampferfahrung und einer beeindruckenden Darbietung auf Weltklasseniveau. Als einzige Athletin der DWF in dieser Disziplin hat Mia sich damit verdient für Dakar qualifiziert und wird Deutschland beim historischen Olympia-Debüt von Wushu auf der größten Jugendsportbühne der Welt vertreten. Ein Moment, auf den wir alle gemeinsam hingearbeitet haben – und der zeigt, was möglich ist, wenn Talent auf Entschlossenheit trifft.

Was bleibt: Wachstum, das sich nicht in Tabellen messen lässt

Wer nie selbst in einer solchen Halle stand – mit Tausenden Menschen aus Dutzenden Nationen, mit dem Druck eines Weltklassefelds, mit Jahren an Training, die sich in wenige Minuten Wettkampf verdichten – der kann kaum ermessen, was eine Veranstaltung wie diese mit jungen Sportlerinnen und Sportlern macht.

Unsere Athletinnen und Athleten haben sich dieser Herausforderung gestellt. Sie haben Routine auf internationalem Niveau gezeigt, Nervosität in Energie verwandelt und bewiesen, dass auch ein Team aus einem Land, in dem Wushu eine Randsportart ohne großflächige staatliche Förderung ist, auf der Weltbühne bestehen kann. Länder wie China, Indonesien oder Malaysia verfügen über eine jahrzehntelange institutionelle Wushu-Infrastruktur – staatliche Förderung, spezialisierte Schulen, professionelle Trainingseinrichtungen. Unser Nachwuchs trainiert mit weitaus weniger Ressourcen – und steht trotzdem auf derselben Matte. Das verdient Respekt und Anerkennung.

IWUF-Generalsekretärin Zhang Yuping betonte bei der Eröffnungsfeier, dass die WJWC nicht nur ein Wettkampf sei, sondern eine Plattform für den Austausch von Fähigkeiten, das Verfolgen von Träumen und die Förderung gegenseitigen Verständnisses zwischen Kulturen. Genau das haben unsere Sportlerinnen und Sportler erlebt – und sie nehmen Tianjin als prägenden Teil ihrer Geschichte mit nach Hause.

Danke und Ausblick

Ein herzliches Dankeschön gilt der Teamleaderin Truc Nhu Tran, den Trainerinnen Wu Min und Zarema Maruna, unserem Kampfrichter Haojun Zhuo, der Teamärztin Angelika Stacherowski, den Eltern und allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die diesen Einsatz möglich gemacht haben. Und natürlich unseren sechs mutigen Athletinnen und Athleten: Benjamin, Kristina, Mia, Christ, Marie und Julie – ihr habt Deutschland würdig vertreten!

Der nächste große Schritt steht fest: Dakar 2026 – wir kommen!

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